Sonntag, 29. Dezember 2013

Keine Schraube, kein Pass, kein Geld... (Oder 1000 km sind ein schlechtes Omen) Teil 1

Falls der Eindruck entsteht, dass wenn man auf dem Rad durch Südamerika rast, man von einer Wonnewolke zur nächsten fällt...

Alles begann mit Kilometerstand 1000. (hier das zugehörige Foto)

KM 1000
Kurz davor hatte ich einen Patschen hinten. Einsamer geht es kaum, wir sind von der asphaltierten Routa 3 auf die geschotterte Routa 1 gewechselt auf der einem zwischen 0 und 10 Auto pro Tag begegnen.


Heiß war es, Hunger hatten wir also versuchen wir notdürftig Schatten zu finden und Georg stellt das Wasser zu während ich den Patschen picke. Dummerweise krieg ich dann das Hinterrad nicht mehr rein, Schnellspanner alles easy aber wir werken rum. Geht nicht. Naja dann also erstmal essen und nochmal probieren. Wir kriegen es nicht hin. Im Handbuch steht nix drüber, dass gibt doch nicht. Wir lösen ein paar Schrauben die wir nicht lösen hätten sollen und es geht. Alles wieder zurück. Positionen waren mit Stift markiert und Schrauben genau so angezogen wie sie waren.
Wir kommen nach Cabo Raso, ein genial einsamer Ort an einer tollen Bucht. Das Dorf dort ist verfallen und verlassen, allerdings hat eine Familie vor 6 Jahren dort begonnen ein Haus wieder aufzubauen und betreiben einen Campingplatz und ein sehr familiäres, sehr einfaches Hostel. Freiwillige sind willkommen um für Kost und Logis beim Aufbau zu helfen.



Wir essen mit der Familie zu Abend, und besuchen am nächsten Morgen die Seelöwenkolonie.
Seelöwen haben einen "starken" Geruch
Wir düsen durch tolle Landschaft bis sich eine Schraube so gelockert hat das sie davonfliegt. Sie waren mit Schraubenkleber befestigt und das war notwendig. Durch das Rüttel auf der Schotterpiste hat sie sich locker geschlagen. Halbe Stunde suchen, keine Chance, keine weiterkommen möglich. Eine Estancia soll in 7 km sein. Georg fährt los um Hilfe zu holen und ich schreibe Reisebericht. Hilfe kommt auch dann in Form von Arnaldo (unglaublich netter Angestellter der Farm) und auf der Estancia finden wir professionellen Ersatz an einen verrosteten Rad. (Wir haben zwar Standard-Ersatzschrauben (M6) mit aber die Schraube ist M8 und Argentinien verwendend zollige Schrauben.)


Wir bleiben über Nacht und werden von der Familie zum Essen eingeladen.

Vielen Dank!!!

Das Rad war repariert, leider hat es dann beim Fahren geknackst und die Schaltung etwas Öl verloren. Diese Probleme konnten ca. 1 Woche später in Rio Gallegos gelöst werden. Die Probleme mit dem Rad waren nicht sehr aufbauend und wir waren froh als wir nach ein paar Tagen in Comodoro Rivadavia waren. Dort hatten wir zuerst irrsinnig Glück einen sehr netten Apartmentbetreiber zu finden (also er hat uns gefunden ;). Am nächsten Tag treffen wir einen Freund (Marcos) unserer Gastfamilie in Buenos Aires der in Puerto Deseado wohnt (in google maps schaut es aus als wäre dort nichts, ist aber eine große Stadt). Er will uns gleich mitnehmen, aber wir haben noch zu tun und fahren am nächsten Tag um 6:00 (Marcos war enttäuscht das kein Bus früher fährt für uns war es ok ;)

Bringen Regenbogen Glück?
Vielleicht sogar doppelt soviel?
Am Abend gehe ich noch zu einen Laden unseres Mobilfunkbetreibers (Personal = böse). Die Simkarten funktionieren nicht richtig und als ich mich im Internet einlogge sind die Daten einer anderen Person zu meiner Nummer eingetragen. Die Dame an der Rezeption schickt mich weiter, nach 15 min ist alles gelöst.

Kommentare:

  1. Was ist mit dem Pass?
    Lg und weiterhin gute Fahrt, P@

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    1. Hehe, da hätten wir dich brauchen können. Fortsetzung kommt bald. Hoffe ich. lg Franz

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  2. genau das gleiche ist mir auch die ganze zeit durch den kopf gegangen patryk :-)...obwohl ich mir auch noch gedacht hab...was für ein pech mit der schraube! wer denkt schon dran sämtliche schrauben bzw. ersatzteile vom rad mitzuführen ;-)

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    1. lieber karl,

      eine verklebte M8 Schraube ist kein Ersatzteil, dass man mitnimmt.

      lg
      Franz

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