Dienstag, 14. Januar 2014

Von Rio Gallegos nach Punta Arenas, endlich Rückenwind (11.01 - 13.01 2014)

Zuerst mal schmuggeln (11.01)

Nach einer gefühlten unendlich langen Fahrradpause geht es am 11. Jänner von Rio Gallegos (Argentinien) endlich wieder 260 km nach Punta Arenas (Chile). Einen Couchsurfing-Host haben wir schon und dazwischen wird einfach wild gezeltet. Über die chilenische Grenze darf man keine Früchte und kein Obst mitnehmen, sowie alles worauf der Grenzbeamte gerade Appetit hat. Prompt vergessen wir beim Proviant kaufen eine halbe Stunde später wieder drauf. Neben der obligatorischen 4 Packungen Spagetti, gerieben verpackten Käse und eingeschweißter Paradeisasoße haben wir auch gefährliche Dinge wie Äpfel, Erdäpfel, Eier, Linsen, Reis... dabei. Das kann ja lustig werden falls die uns das alles wegnehmen und der Georg gibt ja nicht soviel her das ich 4 Tage satt werde. An der Grenze deklarieren wir dann brav, dass wir Produkte pflanzlichen oder tierischen Ursprungs mithaben. Auf die Frage was wir genau mithaben gebe ich in strategisch günstiger Reihenfolge die Dinge an. Spagetti, Ketchup, Gewürze, Salz, Müsliriegel... bald interessiert es die Dame nicht mehr und ohne gelogen zu haben bekomme ich einen Stempel und ein uninteressierter Beamter lässt uns eine Tasche öffnen. Da sehe ich auch schon ein verbotenes Lebensmittel rausblitzen. Er aber nicht und er schickt uns weiter. Juhu, wir werden nicht verhungern, aber vielleicht verdursten (im Freudentaumel vergessen wir dann gleich wegen Wasser zu fragen und bis zum nächsten Ort mit Fragezeichen sind es 70 km). Aber der Wind ist und wir rasen bei Guanakos und Nandus vorbei.



Mein Bein fängt an zu schmerzen, Die Wade ist ganz kalt. Hoffe das kriegt sich wieder ein.Beinlinge drüber und das schmerzende Knie extra wärmen. Schmerzfrei fahren ist anders, aber die Bedingungen sind zu gut um Halt zu machen. Langsam wird es dunkel (22:30) und das Knie nicht besser. Wie schmeißen die Räder dann über den Zaun und finden einen tollen Zeltplatz neben einem Stinktierbau mit Meeresblick. Wir finden raus das 1 Liter Wasser für 500 g Spagetti leicht reichen und sind deutlich weiter als geplant (84 km stat 65 km) gekommen.


100 km in 7 Stunden (12.01)

In der früh gibt es nur Müsliriegel um die Windstille zu nutzen. Das Beinschmerzt ziemlich und ich bin jetzt echt besorgt. Wieder massieren mit einer Placebocreme einreiben und extrawarm einpacken. Ein paar Stunden später als wir schon leichten Gegenwind haben gibt es ein zweites Frühstück. Bein wird bein Fahren besser, wenn man drauf drück schmerzt es nur noch höllisch. Ich genieße die geschmuggelten Avocados und Äpfel und das Wetter wechselt von Regen auf Sonne im Viertelstundentakt. Jacke an, Jacke aus. Regenhose drüber, Beinlinge ab...
Ein nirgendwo verzeichnetes Hotel/Restaurant neben der Straße gibt uns die Möglichkeit Wasser aufzufüllen. Wieder dem Verdursten entrungen geht es ein paar Stunden weiter bis der Wind immer stärker wird und wir machen Pause.


Ein paar Stunden später ist der Gegenwind weniger geworden und wir kommen gut durch die Landschaft und Geisterstädte. Vielleicht gibt es zur Geisterstadt noch ein Movie. Wie in solchen Situationen üblich, trennen wir uns bei der Erforschung der verlassenen Gebäude.



Der Wind wird immer besser (windstiller) und wir wollen weiter. Gegen 23:00 wird es dann wirklich dunkler und wir stellen wieder das Zelt von der Straße uneinsichtig auf. Ich schaue mit Windvorhersage (2 Tage alt) und Straßenverlauf immer wieder an. Wenn wir sehr früh los kommen könnte es echt gut funktionieren. Aber gegen morgen Mittag wird echt unlustig (bis 70 km/h Gegen/Seitwind Böhen bis 100 km/h). Der Wecker steht aud 5:30 und es sind noch 90 km bis Punta Arenas.

Rückenwind, Yeah Baby (13.01)

Bei Sonnenaufgang stehen wir auf und erfreuen und an Windstille. Wieder nur ein paar Riegel zum Frühstück und die Kilometer laufen. 


Wir werden schneller und die Straße dreht sich immer besser in den Wind. Nach 2 Stunden haben wir schon 30 km und gönnen uns Trockenmilch mit Müsli in rauen Mengen am Meer.

Wir werden immer schneller(30 - 40 km/h) und der Gedanke an Mittagessen in Punta Arenas keimt auf. Eingentlich Wahnsinn um 12:00 schon 90 km gefahren sein wollen. Irgendwann kommt ein Baustelle und wir fahren Kilometerweit allein auf der abgesperrten Fahrbahn, während die Auto auf dieSchotterpiste daneben verbannt sind. Das sind Radwwege! Die Gegen ist sehr schön und wir kommen immer näher dem Ende der Welt.


Ca. 10 km vor Punta Arenas fängt der Wind an unangenehm zu werden. Wir quälen uns weiter, ich esse Georgs Müsliriegel und als wir in der Pizzeria verschwinden geht draußen schon die Welt unter...

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